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Thrombose-Wiki
Ursachen, Symptome und Prävention von Thrombosen

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Letzte Aktualisierung 2. November 2020

Was ist eine Thrombose?

Eine Thrombose ist zunächst ein vollständiger oder teilweiser Verschluss einer Vene. Dabei handelt es sich um ein Gefäß, das Blut in Richtung Herz transportiert. Für das Bein heißt das: ein Gefäß, das Blut nach „oben“ transportiert. In den Arterien, also den Gefäßen, die das Blut vom Herzen, am Bein also nach „unten“ weg bringen, sind Thrombosen äußerst selten und entstehen i.d.R. durch massive Kalkablagerungen, deren Ursachen u.a. Rauchen, hoher Blutdruck und Cholesterinwert sind. Auch sind dabei die Beschwerden und die Behandlung eine komplett andere. 

Gefährlich werden kann eine Thrombose, wenn sich ein Gerinnsel löst und zur Lunge gelangt. Dadurch kann ein Gefäßverschluss entstehen, also eine Lungenembolie. In Deutschland sterben jedes Jahr ca. 100.000 Menschen infolge von Venenthrombosen. Thrombosen sind heute gut behandelbar. Doch es gilt: Je früher behandelt wird, desto einfacher die Therapie. Und mit moderner Ultraschalldiagnostik kann die Thrombose bestätigt oder ausgeschlossen werden. 

Porträt: Dr. med. Michael Gerstorfer – Chefarzt, Facharzt für Chirurgie, Gefäßchirurgie und Notfallmedizin, endovasculärer Chirurg (DGG), Lymphologie
Geprüft von:

Dr. med. Michael Gerstorfer
Chefarzt, Facharzt für Chirurgie, Gefäßchirurgie und Notfallmedizin, endovasculärer Chirurg (DGG), Lymphologie. Seit 2015 ist Dr. med. Michael Gerstorfer Chefarzt der Capio Schlossklinik Abtsee.

Gibt es verschiedene Thrombosen?

Ärzte unterscheiden zwischen einer Thrombose in den oberflächlichen Venen und den tiefen Venen. Eine oberflächliche Venenthrombose, welche auch als Venenentzündung bezeichnet wird, befällt weit überwiegend eine erkrankte, krampfadermäßig veränderte Vene. Die Ursache für diese Thrombose stellt also das Krampfaderleiden dar. Oberflächliche Venenentzündungen sind nicht selten und auch nicht harmlos. Sie können zu einer tiefen Beinvenenthrombose führen, ebenso zu einer Lungenembolie. Eine Thrombose in oberflächlichen Venen bildet sich meistens auf dem Boden einer Venenentzündung. Ursache für eine solche Thrombophlebitis sind zum Beispiel Verletzungen, Infektionen durch Infusionsnadeln oder – besonders häufig – Krampfadern. 

Handelt es sich um eine Thrombose in den tiefen Beinvenen – also in den Adern, die im Inneren des Beins verlaufen, ist eine zügige Therapie entscheidend (TVT, Phlebothombose) - mit Medikamenten und Kompressionsstrümpfen, eventuell auch eine Operation oder Auflösebehandlung des Thrombus. Denn es besteht ein hohes Risiko für eine gefährliche Lungenembolie. Bei einem ersten Thromboseverdacht sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.  

Wie gefährlich ist eine Thrombose im Bein?

Eine Thrombose ist nicht ungefährlich und bildet schmerzhafte Ödeme im Knöchel- und Unterschenkelbereich. Im schlimmsten Fall wird aus der Thrombose eine Lungenembolie, die zum Herztod führen kann.

Welche Ursachen gibt es für Thrombosen?

Die Grundursachen der meisten Thrombosen liegen in einer ungünstigen Lebensweise des Menschen. So lassen sich genetische Vorbelastungen durch eine entsprechende Lebensweise zwar nicht vollkommen ausgleichen, es ist jedoch möglich, diese nicht zum Tragen kommen zu lassen. Die falsche Ernährungsweise, Mangel des Vitalstoffhaushaltes, Gifte wie Nikotin, Alkohol und Bewegungsmangel, lange Sitzperioden und fehlender Sauerstoff begünstigen die Entstehung eines Blutgerinnsels oder thromboseauslösender Erkrankungen massiv. 

Welche Symptome weisen auf eine Thrombose hin? 
 

  • Muskelkaterartige Wadenschmerzen 
  • Zunahme der Beschwerden im Stehen, Besserung im Liegen  
  • Vermehrte Venenzeichnung der Oberflächenvenen  
  • Überwärmung  
  • Fieber  
  • Gespannte Glanzhaut  
  • Wadendruckschmerz (Lowenberg - Zeichen) 
  • Wadenschmerzen beim Fußstrecken (Hohmann - Zeichen)
  • Fußsohlenschmerz beim Druck auf die innere Fußsohle (Payr-Zeichen) 
  • Erhöhung der Entzündungswerte 

Schützt gesunde Ernährung vor Thrombosen?

Wer viel Obst und Gemüse und regelmäßig Fisch isst, mindert sein Thromboserisiko deutlich. Wer dagegen regelmäßig viel Fleisch ist, erhöht sein Thromboserisiko. Auch Nährstoffe wie Folsäure, Vitamin B6 und Omega-3-Fettsäuren haben einen positiven Einfluss.

Kann man mit Bewegung Thrombosen vorbeugen?

Grundsätzlich gilt die 3-S, 3-L-Regel, die besagt: Sitzen und Stehen ist schlecht, lieber Laufen und Liegen. Wer beruflich lange stehen oder sitzen muss, kann seine Venen mit Kompressionsstrümpfen entlasten, sie gibt es in vielen modischen Farben und atmungsaktiven Materialien.  

Auch Freizeitaktivitäten wie Walken, Schwimmen, Fahrradfahren oder Spazierengehen regen die Beinmuskulatur an. Die dadurch ausgelöste Pumpwirkung unterstützt die Blutzirkulation. Treppensteigen statt Fahrstuhl fahren oder zehn Minuten täglich mehrmals mit den Füßen auf und ab wippen und viel trinken (Wasser/Tee) helfen, das Thromboserisiko zu minimieren.   

Wer gehört zur Risikogruppe für eine Thrombose?

Ganz allgemein erhöht sich das Thromboserisiko mit zunehmendem Alter, bei zu hohem Körpergewicht, in der Schwangerschaft und im Wochenbett sowie bei Rauchern. 

Thrombosefördernde Faktoren stellen in Verbindung mit einer anlagebedingten Disposition zur Veränderung der Venenwand mit ca. 90 Prozent die Hauptursache für eine Thrombose dar. 
 
Das Alter des Menschen spielt dabei eine wesentliche Rolle. Anzahl und Ausprägung von Venenerkrankungen steigen mit zunehmenden Alter. 
 
Primär sind Frauen stärker gefährdet, an einer Thrombose zu erkranken, als Männer. Ihr Risiko ist 2,3 mal höher. Dafür sind u. a. die weiblichen Hormone verantwortlich. 
 
Desweiteren konnte nachgewiesen werden, dass die häufige Kombination von Hormontherapie (z. B. Antibabypille) und Rauchen das Thromboserisiko bei Frauen deutlich erhöht. 
 
Epidemiologische Daten belegen, dass folgende Faktoren eine Thromboseentstehung begünstigen.

Gefäßinnenwandschaden (Endothelschaden) 

  • chronisch venöse Insuffizienz (CVI) 
  • Krampfadern (Varikosis)
  • bereits durchgemachte Thrombosen 
  • arterielle Durchblutungsstörungen (AVK) 
  • Alter 

Mangelhafte Blutzirkulation - verlangsamter venöser Rückfluss (Hypozirkulation) 

Veränderung der Blutzusammensetzung, erhöhte Blutgerinnungsneigung (Hyperkoagulabilität)

  • Antikonzeptiva (Antibabypille)
  • Wochenbett
  • Rauchen
  • bestimmte Medikamente wie Diuretika, Steroide
  • schwere Verletzungen, Knochenbrüche der unteren Extremitäten
  • maligne Erkrankungen (Krebserkrankungen)
  • schwere Entzündungen - Sepsis (Blutvergiftung)
  • operative Eingriffe

Steigt die Thrombosegefahr beim Reisen?

Häufiges Fliegen und Bus- und Autofahren auf langen Strecken erhöht das Risiko für schwere Thrombosen um ein Vielfaches:  Bei stundenlangen, beengten Sitzen im Auto oder Bus sind tiefe Beinvenenthrombosen sogar häufiger als auf Langstreckenflügen. Das Blut versackt beim langen Stehen oder Sitzen in den Beinvenen. Hat ein Patient bereits Krampfadern, ist das Risiko, eine Thrombose zu bekommen, noch vielfach erhöht. Erste Beschwerden zeigen sich häufig in Form einer Schwellung des Beines, Schmerzen oder Spannungsgefühl in der Wade. Mit moderner Ultraschalldiagnostik kann die Thrombose vor der Reise schmerzfrei ausgeschlossen oder bestätigt werden. Im letzteren Fall sollte umgehend mit einer Therapie begonnen werden.

Wie wird eine Thrombose diagnostiziert?

Zunächst wird in der Regel ein Bluttest durchgeführt. Dabei wird ein Wert bestimmt, welcher den Namen D-Dimer trägt. Ist dieser Bluttest negativ, kann mit relativ großer Sicherheit vom Nichtvorliegen einer Thrombose gesprochen werden. Ein positiver Test bedeutet aber auch nicht gleich, dass eine Thrombose vorliegt; es sollte dann eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden. Mit dem sehr schonenden und absolut schmerzfreien Ultraschall kann eine Thrombose mit relativer Sicherheit diagnostiziert werden.

Wie behandelt man eine Thrombose?

Die Behandlung einer Thrombose besteht im Wesentlichen aus zwei Pfeilern. Der Antikoagulation, d. h. der „Ungerinnbarmachung“ des Blutes (im Volksmund „Blutverdünnung“) mit verschiedenen Medikamenten sowie der Kompression mit elastischer Wickelung und/oder Kompressionsstrümpfen. Diese Therapie wird bei der Erstthrombose für 6-12 Monate fortgeführt. Bei einer weiteren Thrombose sollte diese Therapie lebenslang fortgeführt werden. In seltenen Fällen ist eine operative Entfernung des Thrombus oder eine Behandlung mit Medikamenten, die einen Thrombus auflösen (Lyse) notwendig, diese stellen jedoch i.d.R. eine Ausnahme dar.

Gibt es Spätfolgen?

Die Spätfolgen hängen u. a. von der Ausdehnung der Thrombose ab. Es gilt vereinfacht gesagt; je größer und ausgedehnter die Thrombose, desto schlimmer die Spätschäden. Diese können von bleibenden Schwellungen der Extremitäten bis zu schweren Geschwüren reichen. Im Voraus ist die Prognose des Spätschadens schwierig und zeigt sich erst im Laufe der Zeit. Die schlimmste Ausprägung eines Spätschadens nennt man das postthrombotische Syndrom. Dabei sind die Venenschäden so groß, dass ein geregelter Abtransport in Richtung Herz nicht mehr gewährleistet ist. Dabei kann es unbehandelt zu erheblichen Schmerzen und Hautschäden bis zu großen Geschwüren kommen. Es gilt, je früher eine Thrombose behandelt wird, desto weniger Spätschäden entwickeln sich. Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Thrombose eine, wenn früh erkannt, gut zu behandelnde Erkrankung mit einer guten Prognose ist. Die schlimmsten Folgen einer Thrombose, die Lungenembolie und das postthrombotische Syndrom, können bei früher Diagnose gut behandelt werden. Es gilt: je früher zum Arzt, desto besser.

Porträt: Chefarzt Dr. med. Horst Peter Steffen

Chefarzt Dr. med. Horst Peter Steffen
Mehrfach von Focus ausgezeichnet – Deutschlands renommierte Ärzteliste: Top Mediziner 2020, Venenleiden. Seit 2009 Chefarzt der Capio Klinik im Park - Venenzentrum Nordrhein-Westfalen.

Porträt: Dr. med. Michael Gerstorfer – Chefarzt, Facharzt für Chirurgie, Gefäßchirurgie und Notfallmedizin, endovasculärer Chirurg (DGG), Lymphologie

Chefarzt Dr. med. Michael Gerstorfer
Chefarzt, Facharzt für Chirurgie, Gefäßchirurgie und Notfallmedizin, endovasculärer Chirurg (DGG), Lymphologie. Er leitet die Fachklinik für Venenerkrankungen in der Capio Schlossklinik Abtsee In Laufen (Bayern) seit 2015.

Porträt: Chefärztin Frauke Weigel

Chefärztin Frauke Weigel
Fachärztin für Chirurgie und Gefäßchirurgie. Sie leitet seit 2019 die Fachklinik für Venenerkrankungen in der Capio Mosel-Eifel-Klinik in Bad Bertrich (Rheinland-Pfalz). Sie hat bereits mehrere tausend Krampfadern operiert.

Dr. med. Konstanze Kallmann
Fachärztin für Allgemeinchirurgie, Gefäßchirurgin und Venenheilkunde (Phlebologie). Sie leitet die Gemeinschaftspraxis Dr. Kallmann / Dr. Sauber für Gefäßchirurgie, welche mit der Capio Hofgartenklinik in Kooperation steht.

Dr. med. Jürgen Jakob Sauber
Facharzt für Chirurgie und Gefäßchirurgie. Er hat seine Zusatzqualifikationen in der Venenheilkunde (Phlebologie) und Rettungsmedizin. Die mit der Capio Hofgartenklinik kooperierende Gemeinschaftspraxis für Gefäßchirurgie, leitet er gemeinsam mit Dr. Kallman.

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