+49 (0)661 242 92 - 0

Behandlungsangebote
Kontakt

Termin vereinbaren

Online
Sprechstunde

Online
Check-in

Behandlungsangebote

Die wichtigsten Kontakte

Orthopädie-Wiki

Hüft-OP: Alle Infos rund um die Hüftoperation

Das zweitgrößte Gelenk im menschlichen Körper, die Hüfte, ist ein Kugelgelenk und setzt sich aus der Hüftpfanne (Acetabulum) und dem Kopf des Oberschenkelknochens (Femur) zusammen. Das Zusammenspiel aus Knochen und Knorpeln, Muskeln sowie Kapseln und Bändern ermöglicht Bewegungsabläufe in sämtliche Raumrichtungen. Daher gehört das Hüftgelenk zu den wichtigsten Gelenken des Körpers. Entzündungen, Fehlstellungen oder andere Erkrankungen können auf die reibungslose Funktion des Hüftgelenks große Auswirkungen haben. Für Betroffene bedeutet dies meist eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten und starke Schmerzen. Bei dauerhaften Schmerzen wird es in der Regel erforderlich die Hüfte zu operieren. Zu den häufigsten Gründen für eine Hüft-OP gehören: 

  • Arthrose im Hüftgelenk 
  • Hüftdysplasie 
  • Hüft-Impingement
     

Hüftchirurgie im Überblick

Wann ist eine Hüft-OP erforderlich?

Bevor die behandelnden Ärzte eine Operation am Hüftgelenk planen und durchführen, gibt es eine Reihe konservativer Behandlungsmethoden, die zunächst ausgeschöpft werden. Hierzu gehört neben verschiedenen physiotherapeutischen Maßnahmen auch die medikamentöse Behandlung. Zeigt alles keine Wirkung und leidet der Patient sowohl tagsüber als  auch nachts unter starken Schmerzen, ist eine Operation in der Klinik meist unumgänglich. Um die Bewegungsfähigkeit wiederherzustellen, den Leidensdruck durch die schmerzliche Belastung zu verringern oder um eine weitere Verschlechterung des Zustands zu verhindern, kann der behandelnde Arzt zu einer Hüft-OP raten und gegebenenfalls sogar den Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks empfehlen.

Wie gefährlich ist eine Hüftoperation?

Pro Jahr werden in deutschen Hüftoperations-Kliniken rund 200.000 OPs an diesem Kugelgelenk durchgeführt. Auch wenn den einzelnen OPs unterschiedliche Indikationen zugrunde liegen, handelt es sich für gewöhnlich um Routineeinsätze, die meist in einer speziellen Klinik für Hüft-OPs bzw. Orthopädie durchgeführt werden. Normalerweise ist das Risiko für Erkrankungen im Zusammenhang mit einer Hüftoperation gering. Wie bei jeder OP sind jedoch auch hier Risiken für eine Thrombose und die Bildung von Hämatomen gegeben. Darüber hinaus können speziell im Zusammenhang mit einer Hüftgelenks-OP, bei der eine Hüftprothese eingesetzt wird, Infektionen, Verkalkungen, Verklebungen und Verwachsungen oder aber auch eine Hüftluxation auftreten. Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten derartiger Komplikationen ist jedoch gering und kann mit den entsprechenden Maßnahmen während und nach der OP kleingehalten werden.

Welche Arten von Hüft-OPs gibt es?

Sowohl bei jüngeren Menschen als auch bei älteren Patienten kann ein medizinischer Eingriff an der Hüfte notwendig werden. Die Hüftgelenks-OP, bei der ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt wird, ist wohl die bekannteste. Daneben gibt es aber noch zwei weitere typische Diagnosen, die Ärzte dazu veranlassen eine Hüfte zu operieren.

Hüftgelenks-Arthrose

Die beiden Gelenkpartner, Hüftpfanne und Oberschenkelkopf, die im Hüftgelenk miteinander agieren, sind von einer Knorpelschicht umgeben. Diese Knorpelschicht hat unter anderem die Aufgabe, Reibungen zwischen den beiden Knochen zu verhindern und mögliche Stöße abzufedern. Im Verlauf einer Hüftarthrose, die auch als Coxarthrose bezeichnet wird, degeneriert jedoch die Knorpelschicht, wodurch die Knochen langfristige Schäden davontragen können. Je stärker der Abnutzungsgrad bei den Gelenkpartnern, umso größer die Schmerzen für den Patienten. Die Implantation eines künstlichen Hüftgelenks sorgt dafür, dass die Bewegungsfähigkeit wiederhergestellt wird und der Patient fortan schmerzfrei leben kann.

Hüftdysplasie

Die Hüftdysplasie ist eine meist angeborene Fehlbildung der Hüftpfanne und kann heute bereits bei Neugeborenen in der ersten medizinischen Untersuchung nach der Geburt festgestellt und anschließend konservativ behandelt werden. Sollte die Hüftdysplasie nicht umgehend diagnostiziert werden oder sich erst später ausbilden, kann eine Behandlung in einer Klinik für Hüft-OPs erforderlich werden. In diesem Fall erfolgt häufig die Fixierung des Hüftkopfes mit einem Draht in der Hüftpfanne oder eine Triple-Osteotomie, bei der die Beckenknochen gebrochen und anschließend rekonstruiert werden. In schweren Fällen kann auch eine Hüftprothese, eine sogenannte Hüft-TEP, erforderlich werden.

Hüft-Impingement

Wenn Oberschenkelkopf und Hüftpfanne nicht so ausgebildet sind, dass sie einhundertprozentig aufeinanderpassen, kann es dazu kommen, dass der Oberschenkelknochen auf den Pfannenrand aufschlägt oder dass die Beweglichkeit durch einen Knochenwulst, d.h. durch die Ausprägung zusätzlicher knöcherner Strukturen, eingeschränkt wird. Dieses "Impingement" (dt. Anschlag) sorgt für einen Gelenkverschleiß, der je nach Schweregrad operativ behandelt werden muss.

Welche Methoden für eine Hüft-OP gibt es?

Wer eine Klinik für eine Hüft-OP aufsucht, wird dort von den behandelnden Ärzten hinsichtlich unterschiedlicher Operationsmethoden aufgeklärt. Je nach zugrundeliegender Erkrankung und deren Stadium, müssen verschiedene OP-Methoden ausgewählt werden. Diese können entweder unter Vollnarkose oder in Teilnarkose durchgeführt werden.

Offenes Verfahren

Beim sogenannten offenen Verfahren handelt es sich um die klassische Operationsmethode, die beispielsweise bei der Implantation eines künstlichen Hüftgelenks in Frage kommt. Der operierende Arzt setzt hierbei einen großen Schnitt unterhalb der Hüfte und durchtrennt anschließend Muskelstränge und Sehnen, um zum Hüftgelenk durchzudringen. Trotz des umfangreicheren Eingriffs und der sichtbaren Narbe kann je nach individueller Diagnose ein offenes Verfahren die bessere Operationsmethode sein. Das trifft zum Beispiel bei sehr muskulösen Personen oder aber auch bei Patienten mit Übergewicht zu.

Minimal-Invasives Verfahren

Im Gegensatz zum offenen Verfahren wird beim minimal-invasiven Eingriff nicht ein einzelner großer Schnitt gesetzt, sondern es erfolgt der Zugang über mehrere kleine Schnitte. Beim Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks über diese Methode wird zum Beispiel je ein Schnitt von vorn sowie einer von hintern als Zugang zum Hüftgelenk gesetzt. Dadurch kann auf ein Durchtrennen von Sehnen und Muskelsträngen verzichtet werden, was eine deutlich schnellere Regeneration nach der Hüft-OP ermöglicht. Auch beim Beheben eines Hüft-Impingements kommt die minimal-invasive Methode oft zum Einsatz.

Wie lange dauert eine Hüft-OP?

Die Dauer einer Hüftoperation im Krankenhaus ist sowohl von der konkreten Diagnose als auch von der gewählten Operationsmethode abhängig. Mittlerweile kann eine Operation, bei der ein künstlicher Hüftersatz eingesetzt wird, innerhalb von maximal zwei Stunden durchgeführt werden. Bei einer Osteotomie, sprich einer Neuausrichtung des Beckenknochens, kann mit ein bis zwei Stunden von einer ähnlichen Operationsdauer ausgegangen werden.

Nach der Hüft-OP

Wie lange bleiben Operierte bei einer Hüft-OP im Krankenhaus?

Wie lange ein Patient nach einer Hüftop im Krankenhaus verbleiben muss, ist von vielen individuellen Faktoren abhängig. Generell gilt: Die operative Behandlung eines Hüft-Impingements kann einen stationären Aufenthalt von zwei bis drei Tagen erfordern. Bei einer Hüftgelenks-OP mit Implantation einer Prothese kann der Patient im Zuge eines minimal-invasiven Verfahrens meist schon nach zwei Tagen die Klinik verlassen. Bei einer Osteotomie umfasst der Aufenthalt in der Hüftoperations-Klinik eine deutlich längere Zeitspanne – bis zu acht Tage müssen Patienten im Krankenhaus verbringen.

Wie lange sind Patienten nach einer Hüft-OP krank?

Bis die volle Beweglichkeit und Belastungsfähigkeit nach einer Hüft-OP wiederhergestellt sind, können je nach Art des Eingriffs und zugrundeliegender Diagnose mehrere Wochen oder sogar Monate vergehen. Bei minimal-invasiven Eingriffen sind die Genesungszeiten meist etwas kürzer als bei Hüftoperationen, die im offenen Verfahren durchgeführt werden. Bei einer Osteotomie kann es bis zu acht Wochen dauern, bis die Knochen wieder gänzlich verheilt sind. Nach der Behandlung eines Hüft-Impingements ist die Beweglichkeit des Gelenks normalerweise nach drei Monaten wieder vollständig hergestellt. Eine vorsichtige Belastung des Hüftgelenks ist jedoch bereits wenige Tage nach der OP möglich. Wenn bei einer Hüft-OP das Gelenk ausgetauscht wurde, ist bei minimal-invasiven Eingriffen bereits am darauffolgenden Tag eine erstmalige Belastung der Prothese möglich.

Was folgt nach der Hüft-OP?

Damit die gewünschten Ergebnisse einer Hüft-OP erreicht werden, ist nicht nur die Hüftchirurgie als solche wichtig, sondern ebenso das Verhalten des Patienten. Abhängig vom erfolgten Eingriff sind verschiedene Aspekte zu beachten. So ist es zum Beispiel nach einer Osteotomie erst nach einigen Wochen erlaubt im 90°-Winkel zu sitzen und auch die Belastung des Gelenks erfolgt zunächst nur minimal. Bei einer Hüftgelenks-OP mit Implantation eines künstlichen Gelenks werden hingegen oft schon am Tag nach der Operation verschiedene Mobilisationsübungen unter Aufsicht durchgeführt. Auch Reha-Maßnahmen werden gegebenenfalls angeregt, wobei der Beginn dieser Maßnahmen ebenfalls stark von der genauen Operation abhängig ist. Das Laufen wird im Normalfall durch Gehhilfen unterstützt. Ab wann und für wie lange diese eingesetzt werden, wird individuell mit dem Arzt besprochen.

Hüft-OP im Alltag

Wann können Patienten nach einer Hüft-OP wieder Auto fahren?
Wer in einem offenen Verfahren ein künstliches Hüftgelenk erhalten hat, muss sich nach dem Eingriff beim Autofahren zunächst zurückhalten. Dabei kommt es darauf an, ob der Eingriff auf der rechten oder der linken Seite erfolgt ist. Bei einer linksseitigen OP ist das Autofahren wieder möglich, wenn keine Gehhilfen mehr benötigt werden. Bei einer rechtsseitigen OP raten Experten der Hüftchirurgie dazu, sich frühestens sechs Wochen nach dem Eingriff wieder hinters Steuer zu setzen. Anderenfalls ist die Muskelkraft, die für das Bremsen des Fahrzeugs benötigt wird, noch nicht wieder ausreichend hergestellt. Wer eine Osteotomie hinter sich hat, muss auf das Autofahren deutlich länger verzichten: In diesem Fall ist es oft erst nach drei bis vier Monaten wieder erlaubt, selbst ein motorisiertes Fahrzeug zu führen.
Was müssen Patienten nach der Hüft-OP beim Duschen und Baden beachten?
Normalerweise können Patienten nach einer Hüftoperation relativ schnell wieder duschen. Sofern die Wunde planmäßig verheilt und keine Entzündungen erkennbar sind, steht dem nichts entgegen. Auf das Baden sollten vor allem Patienten, die ein künstliches Hüftgelenk erhalten haben, vorerst verzichten, da die Sitzposition, die typischerweise beim Baden eingenommen wird, eine große Belastung für das Gelenk mit sich bringt.

Wie sollten Patienten nach einer Hüft-OP schlafen?

Nach einer Hüft-Operation sollten Patienten mehrere Wochen lang vorzugsweise auf dem Rücken schlafen. Die Dauer, für die diese Empfehlung gilt, ist abhängig von der konkret durchgeführten Operation. Wer auf der Seite schlafen möchte, sollte sich hierfür ein Seitenschläferkissen besorgen, welches zwischen die Knie zu legen ist. Auf diese Weise wird dafür gesorgt, dass das Hüftgelenk entlastet wird. Bei einzelnen Operationen kann es überdies erst nach vier bis fünf Monaten erlaubt sein, auf der operierten Seite zu schlafen. In allen Fällen wird die Rückenlage deshalb deutlich empfohlen.

Welche Sportarten sind nach der Hüft-OP erlaubt?

Wer eine neue Hüfte erhalten hat, kann anschließend durchaus wieder Sport treiben. Viele Experten sehen verschiedene körperliche Betätigungen auch im Zuge der Reha-Maßnahmen als förderlich an. Besonders empfehlenswert sind Sportarten wie Radfahren, Schwimmen und Wandern, weil diese einen gleichmäßigen Bewegungsfluss mit sich bringen, der das neue Gelenk nicht zusätzlich belastet. Ballsportarten können hingegen genauso wie Kampfsportarten eine zusätzliche Belastung für das Hüftgelenk darstellen und beispielsweise bei einer Prothese zu vorzeitigem Verschleiß führen.

Leben ohne Hüftprobleme

Hüftprobleme treten sowohl bei älteren als auch bei jüngeren Menschen auf und können bei frühzeitiger Diagnose häufig konservativ behandelt werden. Warten die Betroffenen jedoch zu lange, lässt sich ein operativer Eingriff in vielen Fällen nicht vermeiden. Hüftoperationen gelten in Deutschland als Routineeingriffe, die meist minimal-invasiv binnen zwei Stunden durchgeführt werden können und eine dauerhafte Verbesserung der Lebensqualität erzielen. Schließlich gehören durch eine Hüft-OP dauerhafte Schmerzen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit der Vergangenheit an. Als eine der führenden Kliniken für Hüftoperationen zeichnen wir uns aus durch neueste Operationsmethoden, langlebige Hüftgelenksprothesen und eine individuelle Betreuung. Gern stehen wir Ihnen für all Ihre Fragen bei einem informativen Erstgespräch in unserer Klinik für Orthopädie zur Seite.

Nach oben