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Ursachen, Symptome und mögliche Behandlungsmethoden

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Letzte Aktualisierung 17.11.2020 

Magenerkrankungen – Ursachen, Symptome und mögliche Behandlungsmethoden

Völlegefühl, Aufstoßen von Magensaft, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder krampfartige, stechende oder brennende Magenschmerzen sind nur einige der Symptome, die auf Magenerkrankungen hindeuten können. Wann sie harmlos sind oder ernstzunehmende Ursachen haben – wir haben einige wichtige Informationen für Sie zusammengefasst.

Dr. med. Florian Stockhausen Chefarzt Chirurgie
Geprüft von:

Dr. med. Florian Stockhausen
Chefarzt der Chirurgie, Facharzt für Allgemeinchirurgie, Viszeralchirurgie und spezielle Viszeralchirurgie
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Magenschmerzen – ein mögliches Indiz für eine Magenerkrankung

Unter dem Begriff Magenschmerzen, die in der Medizin Gastralgie genannt werden, wird eine Vielzahl unterschiedlicher Schmerzen in der Magenregion zusammengefasst. Sie sind von einfachen Bauchschmerzen abzugrenzen, die meistens nicht weiter besorgniserregend sind und oftmals die Folge einer üppigen Mahlzeit oder als Magenverstimmung nach dem Essen auftreten.

Bei Magenschmerzen handelt es sich um Oberbauchschmerzen, die auf der linken Seite spürbar sind und bis zur Bauchmitte reichen können. Sie werden als stechende, brennende, drückende, bohrende oder krampfartige Schmerzen beschrieben, die über einen längeren Zeitraum anhalten oder nur kurzzeitig auftreten. Oftmals werden Magenschmerzen von weiteren Symptomen flankiert, zum Bespiel von Darmbeschwerden wie Verstopfung oder Durchfall, von Aufstoßen von Magensaft, Appetitlosigkeit oder von Bauch- und Unterleibsbeschwerden.

Diagnose von Magenerkrankungen

Da Magenschmerzen vielfältige Ursachen haben können, ist eine ausführliche Untersuchung notwendig. Das gilt umso mehr, wenn sie besonders stark sind oder bereits über einen längeren Zeitraum anhalten. Für die Diagnose von Magenerkrankungen sind eine sorgfältige Anamnese im Gespräch mit dem Patienten, eine körperliche Untersuchung, eine Laboruntersuchung sowie bildgebende Verfahren maßgeblich.

  1. Um eine Magenerkrankung diagnostizieren zu können, geht der körperlichen Untersuchung ein Anamnesegespräch voraus, in dem der Arzt die Symptome, die konkreten Beschwerden, bereits bestehende Erkrankungen und mögliche Magenbeschwerden in der Vergangenheit detailliert abfragt. Er wird auch nach dem Auslöser der Schmerzen, nach der Dauer, dem genauen Ort und der Beschaffenheit des Schmerzes sowie nach möglichen Begleitbeschwerden fragen. Auch die Ernährungsgewohnheiten sowie die Lebensbedingungen werden in die Anamnese mit einbezogen.

  2. Es folgt eine körperliche Untersuchung, bei der unter anderem der Bauch abgetastet und abgeklopft wird. Wichtige Hinweise auf die Ursache der Beschwerden liefert auch die Farbe des Stuhls. Eine gräuliche Verfärbung ist ein Hinweis auf eine Störung des Fettstoffwechsels, während gelber oder entfärbter Stuhl auf eine Gallen- oder Lebererkrankung hindeuten können. Ist der Stuhl rotbraun oder gar schwarz, kann das auf eine Blutung im Magen – Darm - Trakt hinweisen.

  3. Eine Laboruntersuchung des Blutes kann Auskunft geben über mögliche Funktionsstörungen einzelner Organe. Dazu werden die Konzentration und die Verteilung von Eiweißen, Enzymen, Fetten und Zucker im Blutserum bestimmt. Kommt es im Zusammenhang mit den Beschwerden im Magen zu chronischen Durchfällen, die über einen längeren Zeitraum andauern, oder tritt Blut im Stuhl auf, wird zusätzlich eine mikrobiologische und mikroskopische Untersuchung des Stuhls durchgeführt. Untersuchungen von Blut-, Urin- und Stuhlproben sind manchmal auch ein wertvoller Hinweis auf infektiös bedingte Magenschmerzen.

  4. Konkreter wird die Diagnose durch bildgebende Verfahren. Mit einer Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes können der Zustand der Organe beurteilt oder Gallensteine und krebsverdächtige Herde erkannt werden. Über die Speiseröhre oder den After kann ein biegsames optisches Instrument eingeführt werden, das mit einer kleinen Ultraschallsonde ausgestattet ist. Mithilfe dieser sogenannten Endosonografie können Magen, Darm, die Gallengänge und die Bauchspeicheldrüse untersucht werden. Auch Speiseröhren- oder Magenkrebs lassen sich mithilfe der Endosonografie diagnostizieren.

  5. Weitere Untersuchungsmethoden zur Abklärung von Magenschmerzen sind Röntgenkontrastuntersuchungen, die Radiografie, die Kernspintomografie, die Computertomografie und die Magenspiegelung. Sie wird auch Gastroskopie genannt und vor allem bei wiederkehrenden Oberbauchschmerzen und Sodbrennen, bei Verdacht auf ein Magengeschwür oder Magenkrebs und bei unklaren Veränderungen des Stuhlgangs für die Diagnose herangezogen. Der Vorteil der Gastroskopie ist, dass während der endoskopischen Untersuchung kleine Gewebeproben aus der Magenwand entnommen und anschließend labortechnisch untersucht werden können. Mit der Magenspiegelung lassen sich neben Magenschleimhautentzündungen auch Tumore der Magenwand und Magengeschwüre nachweisen.

Erkrankungen des Magens

Es sind vor allem drei Erkrankungen des Magens, die behandlungsbedürftig sind. Dazu gehören die Gastritis oder Magenschleimhaut Entzündung, das Magengeschwür und Magenkrebs.

1. Die akute oder chronische Magenschleimhautentzündung

Es werden zwei Formen von Magenschleimhaut Entzündung unterschieden, die akute und die chronische Magenschleimhautentzündung, wobei die chronische Variante noch einmal in Typ A, Typ B und Typ C unterteilt wird. Die jeweilige Klassifizierung beschreibt die Ursache der chronischen Magenschleimhautentzündung gleich mit.

  • Bei Typ A handelt es sich um die autonome Gastritis, bei der Antikörper körpereigene Magenstrukturen zerstören. Ein Beispiel ist die rheumatoide Arthritis.
  • Typ B bezeichnet die bakterielle Gastritis, bei der das Bakterium Helicobacter pylori Erosionen auf der Magenschleimhaut verursacht, woraus sich schlimmstenfalls ein Magengeschwür entwickeln kann.
  • Typ C ist eine chemisch bedingte Form der Gastritis. Ursächlich ist häufig eine dauerhafte Schmerzmedikation, zum Beispiel mit Diclofe` nac, Naproxen oder Ibuprofen, oder auch vermehrter Alkohol- und Tabakkonsum. 

Die Magenschleimhautentzündung entsteht durch ein Ungleichgewicht zwischen dem Säureschutz im Magen und der Produktion von Magensäure, die die Magenschleimhaut angreift.

2. Das Magengeschwür

Das Magengeschwür heißt auch gastroduodenale Ulcuskrankheit. Ein Ulcus ist ein Magengeschwür, das gutartig ist und tief in die Magenschleimhaut hineinreicht. Zu einer gefährlichen Komplikation kommt es, wenn das Magengeschwür ein größeres Gefäß verletzt, sodass es zu einer lebensgefährlichen Blutung kommt. Häufigste Ursache von Magengeschwüren ist das in Diclofenac, Naproxen oder Ibuprofen enthaltene nichtsteroidale Antirheumatikum (NSAR), Aspirin, das Bakterium Helicobacter pylori sowie Stressfaktoren.

3. Der Magenkrebs

Bei Magenkrebs wird eine frühzeitige Behandlung oftmals verpasst. Grund ist, dass diese Tumorart bis in ein spätes Stadium oftmals klinisch stumm bleibt. Mögliche Ursachen für Magenkrebs beziehungsweise Risikofaktoren sind das Bakterium Helicobakter pylori, vererbbare Faktoren, eine ungesunde Ernährung, ein erhöhter Alkohol- und Tabakkonsum sowie die Aufnahme von Nitrosaminen, die unter anderem über Nahrungsmittel, Bedarfsgegenstände und Kosmetika aufgenommen werden können. 

Bei rund der Hälfte bis zu einem Drittel der Patienten, die wegen Magenbeschwerden einen Arzt aufsuchen, wird ein Reizmagen diagnostiziert. Dabei handelt es sich um Beschwerden, die nicht zu krankhaften Beschwerden des Magens führen, wobei die Ursache nicht eindeutig geklärt ist. Mögliche Auslöser für einen Reizmagen können psychische Belastungssituationen, Ernährungsgewohnheiten und Nahrungsmittelunverträglichkeiten sein. 

Die Behandlung einer Magenerkrankung

Die Behandlung von Magenerkrankungen hängt von der Ursache und der Art der Beschwerden ab. Meistens sieht der Therapieplan die Gabe von Medikamenten vor. So werden beispielsweise bei einer Magenschleimhautentzündung Protonenpumpenhemmer verordnet. Sie fungieren als Magenschutz, indem sie die Bildung der aggressiven Magensäure unterbinden. Bei einer Gastritis helfen auch säurebindende Medikamente, die die Magensäure neutralisieren. Diese sogenannten Antazida werden nicht nur bei säurebedingten Magenbeschwerden eingesetzt, sondern auch bei saurem Aufstoßen und gegen Sodbrennen. Mit beiden Medikamentengruppen werden unter anderem auch Magengeschwüre behandelt, die nur in seltenen Fällen operativ entfernt werden müssen.

Operative Eingriffe am Magen

Gründe für operative Eingriffe am Magen sind meistens gut- oder bösartige Geschwülste. Dabei werden entweder nur die Geschwulst, ein Teil des Magens oder der gesamte Magen einschließlich der umliegenden Lymphknoten entfernt. Auch dann ist ein natürlicher Verdauungsvorgang weiterhin möglich, wenn nämlich die Speiseröhre mit dem Dünndarm verbunden wird. 

Operationen wegen eines Magengeschwürs werden nur noch selten durchgeführt. Nur in Notfällen, wenn ein Geschwür durchbricht oder es zu einer starken Blutung kommt, ist ein operativer Eingriff notwendig. Anderes gilt für Magenkrebs, bei dem der Umfang der Operation abhängig ist, wie weit die Krebserkrankung bereits fortgeschritten ist. Sofern es möglich ist, wird eine Magenoperation minimal-invasiv als sogenannte Laparoskopie durchgeführt. Dabei werden die Operationsinstrumente sowie Licht und Kamera über stabförmige Trokare eingeführt, sodass der Schnitt nur wenige Millimeter lang ist. Nur in notwendigen Fällen wird die offene Operationstechnik angewandt. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass Magenschmerzen oftmals harmlos sind, wenn sie gelegentlich auftreten. Zum Arzt sollten Sie jedoch dann gehen, wenn die Magenbeschwerden über einen längeren Zeitraum von mehreren Tagen andauern oder wenn sie immer wiederkehren. Das gilt auch für Beschwerden, die mit starken Krämpfen verbunden sind oder von weiteren Symptomen begleitet werden. Auch wenn Sie sich Bauchschmerzen nicht erklären können, sollten sie zum Arzt gehen. Die Ursache lässt sich mithilfe der beschriebenen Diagnostik leicht herausfinden, sodass Sie Gewissheit haben.
 

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