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Venenverschluss am Auge

Was ist ein Venenverschluss?

Unter einem Venenverschluss versteht man eine Störung des Blutflusses in einem abführenden Blutgefäß der Netzhaut. Mehrere dieser kleinen Venen treffen im Sehnervenkopf zusammen und bilden die Zentralvene. Es wird unterschieden, ob ein Venenastverschluss vorliegt, bei dem nur ein Teil der Netzhaut minder durchblutet ist, oder ein Zentralvenenverschluss, bei dem die gesamte Netzhaut des Auges betroffen ist. 

Durch den Verschluss einer Vene ist die Versorgung der Netzhaut gestört, und es kommt in der Folge zu Blutungen und Schwellungen in der umgebenden Netzhaut. Diese Schwellungen sind die Hauptursache für das schlechte Sehvermögen. Langfristig wird die Netzhaut unwiderruflich geschädigt, und das Sehen wird dauerhaft schlechter.

Eine gesunde Ernährung, Sport, gute Blutdruckeinstellung, Gewichtskontrolle und Vermeidung von Diabetes können viel dazu beitragen, das Risiko eines Venenverschlusses zu reduzieren.

Wie bemerke ich einen Venenverschluss?

Ein Venenverschluss kann zu einer unterschiedlich schnell auftretenden Sehverschlechterung führen. Typisch ist, dass keine Schmerzen bestehen und fast immer nur ein Auge betroffen ist. Patienten bemerken eine zentrale Unschärfe, Nebelsehen und gelegentlich auch eine verzerrte Wahrnehmung.

Die Symptome können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. In milden Fällen ist nur ein leichter Schleier im Blickfeld wahrnehmbar, jedoch kann in ausgeprägten Fällen die Sehschärfe auf das Erkennen grober Umrisse vermindert sein.

Wie wird ein Venenverschluss diagnostiziert?

Durch eine Untersuchung des Augenhintergrunds kann in vielen Fällen bereits die Diagnose gestellt werden. Eine zusätzliche Gefäßdarstellung (Fluoreszenzangiografie) erlaubt die Unterscheidung zwischen einem Venenverschluss mit erhaltener Durchblutung der kleinsten Gefäße und einer Erkrankung mit Verschluss des Kapillarbetts. Diese Einteilung der Venenverschlüsse hat prognostische und therapeutische Bedeutung. Da sich diese Befunde anfangs schnell verändern können, sind engmaschige Kontrollen nötig.

Behandlung der Venenverschlüsse

Venenverschlüsse können nicht ursächlich behandelt werden. Alle Therapiemaßnahmen zielen darauf ab, den Verlust an Sehvermögen zu begrenzen und Spätkomplikationen zu vermeiden. Die Therapie richtet sich nach Grad und Form der Durchblutungsstörung. Der klinische Verlauf kann sehr unterschiedlich sein, daher sind mögliche Behandlungskombinationen individuell festzulegen. Ob die bei einem Venenverschluss gelegentlich empfohlene Blutverdünnung den Verlauf bessert, ist wissenschaftlich nicht klar bewiesen.

Lasertherapie

Die Laserbehandlung galt lange Jahre als Goldstandard der Behandlung. Sie wird heute nur noch in ausgesuchten Fällen zur Reduzierung der Schwellung eingesetzt. Bei Venenastverschlüssen kann damit sogar die Sehkraft gebessert werden, beim Zentralvenenverschluss hingegen werden flächig minder durchblutete Bereiche gelasert. Damit wird das Voranschreiten der Erkrankung gebremst und das Risiko von Spätkomplikationen reduziert.

Medikamentöse Therapie

Die Standardtherapie stellen heute Medikamente dar, die direkt in das Auge eingebracht werden. Sie sollen die Netzhautschwellung reduzieren und dadurch das Sehvermögen verbessern. 

Dabei kommen derzeit zwei Medikamentengruppen zum Einsatz:
Am häufigsten verwendet man Medikamente, die Wachstumsfaktoren im Auge blockieren und Gefäßwände abdichten (VEGF-Blocker). Diese Medikamente haben sich bei Netzhautschwellungen im Rahmen anderer Makulaerkrankungen bewährt und erzielen durch wiederholte Behandlung eine deutliche Rückbildung der Schwellung.

Die Alternativen, länger wirksame Kortisonpräparate, haben den Vorteil einer relativ langen Wirkdauer von mehreren Monaten. Jedoch sind Augendruckerhöhungen und Trübungen der natürlichen Linse im Auge häufige, meist behandelbare Nebenwirkungen. Ob die Erfolge der medikamentösen Therapien langfristig anhalten, ist noch unklar.

Operative Therapie

In fortgeschrittenen Fällen kann eine operative Therapie erwogen werden. Bei starken Blutungen in das Auge werden der eingeblutete Glaskörper und die vorhandenen Gefäßneubildungen entfernt. Dadurch kann auch versucht werden, ein chronisches Netzhautödem zu bessern und die Notwendigkeit regelmäßiger Medikamenteninjektionen zu vermeiden. 

Während des Eingriffs kann, neben einer Lasertherapie, in ausgesuchten Fällen eine Schlitzung des Sehnervenkopfes erfolgen. Diese als „Radiale Optikusneurotomie“ bezeichnete Operation kann in Fällen mit ansonsten sehr schlechter Prognose den Verlauf günstig beeinflussen. Treten doch Spätkomplikationen mit Augendruckanstiegen auf, sind Druck senkende Eingriffe nötig. Eine frühe und konsequente Therapie kann solche Verläufe vermeiden.

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