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Diabetische Retinopathie

Eine ungünstige Stoffwechsel- und/oder Herz-Kreislauf-Situation verstärkt oder beschleunigt die Entwicklung und das Fortschreiten einer diabetischen Retinopathie.

Wie entsteht eine diabetische Retinopathie?

Erhöhte Blutzuckerwerte führen zu Schäden an den kleinsten Gefäßen der Netzhaut (Retinakapillaren). Sie werden brüchig und durchlässig für Flüssigkeit aus dem Blutstrom. So entstehen Wassereinlagerungen und kleine Blutflecken im Netzhautgewebe.

Andere Kapillaren können sich verschließen und führen zum Sauerstoffmangel in der Netzhaut. Dieser setzt Wachstumsfaktoren frei, die Gefäßneubildungen stimulieren, die unkontrolliert auf dem Sehnervenkopf und auf der Netzhautoberfläche wachsen. Sie bilden Büschel oder Fächer und neigen zu spontanen Blutungen in den Glaskörper. Ferner entwickeln sie Bindegewebe, das zur Schrumpfung neigt und die Netzhaut ablösen kann.

Diese Gefäßveränderungen sind typisch für den langjährigen Diabetes. Vor allem Typ 1 Diabetiker sind gefährdet. Ab dem 15. Jahr der Diabeteserkrankung steigt das Risiko deutlich an, nach 25 Jahren haben fast alle mehr oder weniger schwere Netzhautveränderungen.

Wie bemerke ich eine diabetische Retinopathie?

Gefäßneubildungen an sich sind symptomlos, da sie sich außerhalb der Netzhautmitte, d. h. peripher bilden. Sie werden nur durch die wichtigen, regelmäßigen augenärztlichen Kontrollen entdeckt.

Sehstörungen entstehen erst, wenn die Neovaskularisationen bluten oder eine strangförmige Netzhautablösung verursachen. Typische Hinweiszeichen sind:

  • Rußregen, Schwaden und Fäden im Blickfeld (teilweise Blutung)
  • Verdunklung oder totaler Sehverlust (vollständige Einblutung)
  • verschwommenes, verzerrtes Sehen (Netzhautablösung bis ins Zentrum)

Was bedeutet eine diabetische Retinopathie für mich?

Sind Sehstörungen bereits vorhanden, liegt meist schon ein fortgeschrittenes Stadium der Retinopathie vor. In dieser Situation ist eine Behandlung dringend indiziert und stützt sich auf 2 Bereiche:
1. Augenärzte behandeln die diabetische Retinopathie
2. Hausarzt/Internist intensiviert die Diabetes- und ggf. Bluthochdruckbehandlung.

Nur in augenärztlicher und internistischer Zusammenarbeit kann man wirkungsvoll und nachhaltig die Augenveränderungen unter Kontrolle bringen. Unbehandelt kommt es innerhalb von fünf Jahren in ca. 30 Prozent der Fälle zur Erblindung. Bei rechtzeitiger Behandlung ist eine Erblindung äußerst selten.

Behandlung der diabetischen Retinopathie

Ziel der Behandlung ist eine Kontrolle des ungebremsten krankhaften Gefäßwachstums. Eine bestehende Schädigung im Gefäßbett der Netzhaut ist nicht rückgängig zu machen. Dem unbehandelt fortschreitenden Krankheitsprozess mit Erblindungsgefahr kann man wirksame Behandlungsmöglichkeiten entgegen setzten. 

Das Spektrum reicht von bewährten Therapien bis hin zu neuesten Behandlungsverfahren:

Panretinale Lasertherapie
Das ist der Goldstandard bei frühen Gefäßneubildungen. Mit einem feinen Laserstrahl werden viele Punktherde flächig über die minder durchblutete Netzhautfläche verteilt. Der Sauerstoffbedarf der Netzhaut sinkt, und die Gefäßneubildungen werden verhindert bzw. gestoppt. Die Behandlung erfolgt an der Spaltlampe mit einer Vergrößerungsoptik auf dem Auge oder mit dem Laser-Augenspiegel. Oft reicht eine Oberflächenbetäubung des Auges, manchmal ist es angenehmer, eine örtliche Betäubungsspritze zu geben. Bei rechtzeitiger und intensiver Lasertherapie wird das Erblindungsrisiko um 50 Prozent reduziert.

Glaskörper-Operation (Vitrektomie)
In einigen Augen mit fortgeschritteneren Netzhautveränderungen kann die Laserbehandlung allein keine vollständige Kontrolle der Gefäßneubildungen bewirken, oder das frühe, laserfähige Stadium wird verpasst, und es sind bereits Blutungen bzw. eine Netzhautablösung eingetreten. Hier kommt die Glaskörper-Operation zum Einsatz. Sie ist eine wirksame Maßnahme, um Blutungen zu entfernen, die Gefäßneubildungen direkt abzutragen und eine abgelöste Netzhaut wieder anzulegen.

Durch diese technisch aufwendige Operationsmethode, die mit der Laserbehandlung und weiteren Maßnahmen kombiniert wird, können in rund 75 Prozent der Fälle eine stabile Netzhautsituation und ein brauchbares Sehvermögen erreicht werden. Oft sind mehrere Behandlungsschritte notwendig. 

Ergänzende Maßnahmen
Bleiben Lasertherapie oder Medikamentengabe unwirksam oder sind nicht indiziert bzw. liegen zusätzlich sog. Zellophanhäutchen über der Makula, kann eine Glaskörperentfernung indiziert sein. Die Glaskörperentfernung zusammen mit dem sog. Membranen-Peeling bewirkt kann eine Reduktion der Schwellung in etwa 60 Prozent der Fälle. Der Effekt ist in der Regel anhaltender als nach alleiniger Medikamentengabe. Diese Behandlungsoption ist besonderen Situationen vorbehalten.
 

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