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Diabetische Makulopathie

Wie entsteht ein diabetisches Makulaödem?

Erhöhte Blutzuckerwerte führen zu Schäden an den kleinsten Gefäßen der Netzhaut (Kapillaren). Sie werden brüchig und durchlässig für Flüssigkeit aus dem Blutstrom. So entstehen Wassereinlagerungen und kleine Blutflecken im Netzhautgewebe. Mit der Zeit können sich Kapillaren verschließen. Das führt zum lokalen Sauerstoffmangel im Gewebe.

Diese Gefäßveränderungen sind typisch für langjährigen Diabetes und werden als diabetische Mikroangiopathie der Netzhaut bezeichnet. Man kann sie besonders gut in der Gefäßdarstellung mit einem Farbstoff erkennen (Fluoreszenzangiographie). Ob und wann ein diabetisches Makulaödem entsteht, ist sehr unterschiedlich. Eindeutig nachgewiesene Risikofaktoren sind:

  • ein lange nicht erkannter oder schlecht eingestellter Diabetes
  • langjähriger Diabetes
  • erhöhter Bluthochdruck und erhöhte Blutfette
     

Wie bemerke ich eine diabetische Makulopathie?

Frühe Gefäßveränderungen verlaufen unbemerkt und werden nur durch regelmäßige augenärztliche Kontrollen entdeckt. Diese Netzhaut-Checks sind deshalb sehr wichtig. Wenn die diabetischen Kapillarschädigungen auch das Sehzentrum erfassen, wird das Sehen merklich beeinträchtigt. Typische Hinweiszeichen sind:

  • Leseschwierigkeiten bis hin zum Verlust der Lesefähigkeit
  • Verschwommenes, verzerrtes Sehen

Sind diese Sehstörungen eingetreten, liegt ein fortgeschrittenes Stadium vor. In dieser Situation ist eine Behandlung dringlich und betrifft zwei ärztliche Bereiche:

1. Augenärzte behandeln das diabetische Makulaödem
2. Hausarzt/Internist intensiviert die Diabetes- und ggf. die Bluthochdruckbehandlung

Behandlung des diabetischen Makulaödems

Ziel der Behandlung ist die Verhinderung des Fortschreitens des diabetischen Makulaödems und damit der Erhalt des Sehvermögens. Bei einem Teil der Patienten kann darüber hinaus eine Sehkraftverbesserung erreicht werden. Der Behandlung sind insofern Grenzen gesetzt, als dass eine Gefäßschädigung durch Diabetes nicht reparabel ist, sondern nur gestoppt werden kann. Das Behandlungsspektrum reicht von etablierten Therapien bis hin zu  neuesten Behandlungsverfahren.

Fokale Lasertherapie

Das ist der Goldstandard beim diabetischen Makulaödem. Voraussetzung für die Behandlung ist eine Fluoreszenzangiographie, mit deren Hilfe man die Gefäßveränderungen genau lokalisiert. Mit einem Laser werden kleine Laserherde gezielt in die erkrankten Netzhautareale gesetzt. Das Sehzentrum selbst wird verschont. Die Behandlung ist schmerzfrei. Das Risiko, eine weitere Sehkraftverschlechterung zu erleiden, wird dadurch um nahezu die Hälfte reduziert.

Intravitreale Medikamentengabe

Es gibt Formen des diabetischen Makulaödems, bei denen die fokale Laserkoagulation nicht angewendet werden kann. Für diese Situationen gibt es medikamentöse Behandlungskonzepte in Form von Injektionen in den Glaskörperraum. Eingesetzt wird entweder Kortison in Depotform oder ein gefäßwachstumshemmender Antikörper. 
Die Substanzen hemmen bei diabetischem Makulaödem die Gefäßleckagen und bewirken so einen Rückgang der Netzhautschwellung. Die Behandlung ist zwar hocheffektiv, aber in ihrer Wirkungsdauer begrenzt. Sie kann eine gute Ergänzung zur Lasertherapie oder Operation darstellen.

Glaskörperoperation (Vitrektomie)

Bleibt eine Lasertherapie oder eine Medikamentengabe unwirksam, kann eine Glaskörperentfernung sinnvoll sein. Die Glaskörperentfernung zusammen mit dem sog. Membranen-Peeling bewirkt eine Reduktion der Schwellung in etwa 60 Prozent. Der Effekt ist in der Regel anhaltender als nach alleiniger Medikamentengabe. Diese Behandlungsoption ist besonderen Situationen vorbehalten.

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