Neues OP-Verfahren: Kleine Manschette – große Wirkung
In der Capio Klinik im Park, Venenzentrum Nordrhein-Westfalen ist im Juli 2011 ein neues Operationsverfahren, die sogenannte Extraluminale Valvuloplastie eingeführt worden.
Durch diese Operation gelingt es den Gefäßchirurgen, defekte Venenklappen zu reparieren, ohne die Vene entfernen zu müssen. Dabei wird in örtlicher Betäubung oder auch wahlweise in Vollnarkose eine kleine Kunststoffmanschette um die erweiterte Vene gelegt.
Dadurch erhält die Vene wieder ihren normalen Venendurchmesser und die Klappenfunktion in dem operierten Venenabschnitt ist wieder hergestellt. Die Vene kann auf diese Weise erhalten werden für den Blutrückstrom zum Herzen und steht auch zukünftig für evtl. notwendige Bypass-Operationen für den Patienten zur Verfügung.
„Die Manschette funktioniert im Prinzip wie ein innerer Kompressionsstrumpf. Das hauchdünne Material schmiegt sich elastisch um die bindegewebsschwachen Venen und hält sie in Form", so Chefarzt Dr. Steffen.
Patienten, bei denen die Venenklappe nicht mehr funktioniert, leiden häufig an Schwellungen im Bein und bekommen Krampfadern an Ober- und Unterschenkeln. Manche Patienten sind auch noch beschwerdefrei, obwohl bereits der Venenklappendefekt besteht, so dass sich die Durchführung einer Ultraschalldiagnostik empfiehlt, um frühzeitig entscheiden zu können, ob die Vene noch gerettet werden kann, oder nicht.
Zur Anwendung kommt das jetzt in Hilden eingeführte Verfahren daher bei Patienten mit einem Krampfaderleiden im Frühstadium, bei denen trotz des Blutstaus im Bein die oberflächlichen Venen noch nicht stark geweitet sind.
Chefarzt Dr. Horst Peter Steffen: „Durch den Venenerhalt ist die Operation natürlich erheblich weniger belastend, als ein sog. Stripping, das heisst die operative Entfernung der Venen.
„In ganz Deutschland bieten derzeit nur ca. zehn Kliniken mit gefässchirurgisch-phlebologischem Schwerpunkt dieses schonende und venenerhaltende Operationsverfahren an. Die neue Technik „Extraluminale Valvuloplastie – EXVP" ergänzt unsere Palette der Behandlungsmöglichkeiten, wie Stripping, Laser- oder Radiowellentherapie“, freut sich Verwaltungsdirektor Olaf Tkotsch.


